Persönlichkeitsbildung

Habt ihr euch schon mal gefragt, wer ihr wirklich seid? Was macht mich aus? Was sind meine besonderen Fähigkeiten?
Wenn ihr sagt, das ist doch klar, ich bin [Name]. Aber so direkt würde ich dem nicht zustimmen. Und es ist auch gar nicht so einfach. Denn man kann nicht einfach nur sein Selbst sein. Die eigene Persönlichkeit setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen. Dem, was du „ bist“, dem, was andere von dir erwarten und dem, was du dir wünschst, das du „ bist“. Die Sache mit dem, was du bist bzw. zu sein scheinst, ist nicht ganz so einfach, wie es scheint. Denn man kann nie sein eigenes Selbst sein, wenn man nicht nicht von anderen beeinflusst wird. Nur auf einer verlassenen Insel könnte man seine eigene Persönlichkeit frei entfalten. Und selbst das bräuchte Zeit, denn man müsste sich erst von den dir aufgedrängten Eigenschaften lösen und erst dann sich so entwickeln könntest, dass du eine wirklich eigene Persönlichkeit hättest.
Was macht mich aus? Was sind meine besonderen Eigenschaften?
Diese Fragen sind auch nicht ganz so einfach zu beantworten, wie es scheint. Viele würden sagen: ganz klar, ich bin pünktlich, zuverlässig, selbstbewusst etc., aber das ist vorrangig nicht das, was einen als speziellen Menschen ausmacht. Denn man wird in gewisser Weise von der Gesellschaft dazu genötigt, Dinge zu machen, aus denen dann später diese Eigenschaften entstehen. Zwar wird jeder einzelne von uns unterschiedlich beeinflusst, sodass man denken könnte, dass das die eigenen Charakterzüge sind, aber im Endeffekt stimmt das meiner Meinung nach nicht. Denn wer kann wohl schon von Anfang an sagen, dass er ein pünktlicher Mensch ist?
Dazu braucht es die gesellschaftlichen Einflüsse, die ich schon erwähnt hatte. Also ist es ja eigentlich gar nicht schlimm, in einer Gesellschaft zu leben, ja sogar notwendig.
Jedoch sollte man in diesem Punkt aufpassen. Denn wenn man sich zu sehr von der Gesellschaft beeinflussen lässt, wie von z.B. Werbungen, dann können Eigenschaften entwickelt werden, die eigentlich gar nicht gewollt sind. Die Gesellschaft findet immer neuere, auch effizientere Methoden, Mensch zu beeinflussen, und man muss sich dem auch widersetzen können. Deshalb finde ich auch das Thema mit Institutionen in diesem Zusammenhang durchaus interessant. [Institution ist lateinisch für Einrichtung.] Ich würde behaupten, dass, in desto mehr Institutionen man sich begibt bzw. je mehr man beitritt, desto schwieriger ist es, seine eigene Persönlichkeit zu bilden.
Ich werde hier auch nochmal auf meinen Text zum Thema „ Existiert ein freier Wille“ hinweisen, da die Entscheidungen, die man treffen muss, auch eng mit diesem Thema zusammenhängen.
So viel von mir zu diesem Thema. Was denkt ihr? Ich freue mich über jedes Kommentar.

Ein Kommentar zu „Persönlichkeitsbildung

  1. Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass man zwischen den „guten“ und „schlechten“ Einflüssen der Gesellschaft unterscheiden lernen sollte. Allerdings stellst du den Menschen meiner Meinung nach als zu hilflos da, als ob er in einem sozialen Umfeld nie seine eigene Persönlichkeit entfalten könnte. Mit Achtsamkeit und der Klarmachung, dass so etwas wie Wert oder sozialer Status eigentlich gar nicht existieren, sondern nur Gedankenkonstrukte in unseren Köpfen sind, ist es möglich, sich zumindet zum Großteil von den gesellschaftlichen Zwängen zu lösen.
    :)))

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