Existiert ein freier Wille?

Gibt es eigentlich einen wirklich freien Willen? Können wir das denken, was wir wollen? Zuerst könnte man sagen, dass das eigentlich so sein müsste. Aber wenn man genauer hinschaut, dann sieht man, dass es eigentlich nur eine Illusion ist. Denn schon kurz bevor wir eine Entscheidung bewusst treffen, kann man voraussagen, welche Entscheidung getroffen wird. Das Gehirn gibt schon etwa sieben Sekunden, bevor die Entscheidung getroffen wird, den Befehl, diese Entscheidung zu treffen. Das haben Hirnforscher  und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig herausgefunden.Ebenso hat Benjamin Libet bei einem seiner Projekte dasslbe herausgefunden, allerdings hat er herausgefunden, dass von dem Gedanken zur Durchführung nur etwa eine Sekunde verstreicht; eine halbe Sekunde vorher, entscheidet das Gehirn schon, dass es diese Aktion ausführen wird. Die  andere halbe Sekunde, so Libet, hätte man selber noch die Möglichkeit, ein Veto einzulegen.

Außerdem hat jeder eine Grundeinstellung vom Leben, die seine eigene Entscheidungsbildung deutlich beeinflusst und uns dadurch nicht vollkommene Freiheit gibt.

Wir richten uns in unseren Entscheidungen auch oft nach Logik und beurteilen, ob etwas sinnvoll ist oder nicht, was uns dann auch davon abhält, die andere Entscheidung zu treffen. Der gesamte Gedanke des freien Willens ist einfach nur ein Spiel, bei dem man nur verlieren kann.

Betrachten wir außerdem äußerliche Einflüsse, die unsere Meinungen beeinflussen. Und damit meine ich nicht nur diktatorische Systeme, sondern auch einfach die Macht der Gesellschaft, ebenso wie die Umwelt. Denn wir werden jeden Tag von vielen Faktoren beeinflusst, bewusst und unbewusst. Und dadurch bilden sich dementsprechend auch unsere Entscheidungen. Sei es, dass wir uns einer sozialen Gruppe angehörig fühlen wollen, diese aber nur „ akzeptiert“, wer eine gewisse Kleidung trägt und man sich dann auch danach richten „muss“, oder, dass uns erzählt wird, dass wir pünktlich sein müssen. Wir werden also auch in gewisser Weise nicht nur beeinflusst, sondern auch gezwungen, uns nach bestimmten Sachen zu richten.

Auch wenn manche Prozesse nur unterbewusst passieren, so wirken sie sich doch aufs Gesamtbild aus und bewirken, dass wir uns vielleicht anders entscheiden, als wir das geplant hatten.

Ebenso ist dies so in diktatorischen Systemen, sogar noch etwas stärker. Adolf Hitler hatte den Menschen früher zum Beispiel Sachen so lange eingeflößt, dass sie diese dann auch vertraten, obwohl ihr eigenes Gewissen und ihre Grundeinstellung dagegen waren. Und dadurch waren ihre eigenen Handlung in gewisser Weise auch nicht mehr ihre eigenen, sondern ferngesteuert.

Freier Wille existiert wenn überhaupt nur in einem sehr eingeschränkten Maß.

2 Kommentare zu „Existiert ein freier Wille?

  1. Ich finde die Idee eines freien Willens in der Realität auch schwierig umzusetzen – genauso wie das Gebot der Authentizität. Jeder will heutzutage authentisch und „er selbst“ sein und verstellt sich dabei doch (besonders in sozialen Netzwerken). Es ist kaum möglich, das eigentliche Selbst und damit auch den freien Willen eines Menschen zu erkennen, da er von Kindesbeinen an durch sein Umfeld und die Gesellschaft geprägt wird…

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