Sandsterben

Hallo, ich habe mich letztens mal mit dem Thema Sand auseinandergestzt und folgenden Text geschrieben. Lasst mir gerne eure Meinung da.

 

 

Sandsterben

Die Probleme häufen sich. Ein weiteres ist der Sand. Sand steckt in Häusern und jeglicher Art von Gebäuden, Fenstern, Mikrochips, Zahnpasta und vielem mehr.

Nach Berechnungen der Bayerischen Sand- und Kiesindustrie aus dem Jahr 2009 verbraucht jeder Bundesbürger durchschnittlich 19 Kilogramm Sand und Kies pro Tag. Das sind bei einem angenommenen Alter von 70 Jahren 470 Tonnen im ganzen Leben. Und jeder von uns trägt ein Gerät mindestens einmal am Tag bei sich, welches, nur durch Sand zum Funktionieren gebracht wird: das Handy. Denn für die Herstellung von Mikrochips wird sogenannter Quarzsand verwendet, da dieser Silizium enthält, der für die Herstellung dieser notwendig ist. Ebenso ist der Sand auch für das Mikrofon notwendig.

Um nochmal auf das Glas zurückzukommen. In einer Glasscheibe von einem Quadratmeter Fläche und einer Dicke von 5 Millimetern beispielsweise ist sehr viel mehr Sand vorhanden, als die meisten wahrscheinlich annehmen würden: 8,64 Kilogramm Quarzsand.

Doch wie schon erwähnt ist Sand auch in jeglichen anderen Produkten wie Gummi, Anstrich- und Poliermitteln, Papier und Arzneimitteln, bei getrockneten Lebensmittel, Haarspray und Kosmetika vorhanden.

Außerdem wird er nicht nur zur Reinigung unseres Trinkwassers benutzt, sondern auch zur Herstellung von Getränken, damit diese alle die gleiche Qualität haben. Aber auch in sonstigen Industriebereichen sowie in der Gießerei wird Sand gerne zum Beispiel zur Herstellung von Boden- und Wandfliesen oder Formen benutzt.

Allerdings ist Sand, oder besser gesagt, Siliciumdioxid (SiO2), ein sehr wichtiger Bestandteil des Sandes, auch in Lebensmitteln, wie zum Beispiel Zucker, Bouillon, Instant-Tees und Gewürzen. Oder auch Wein. Doch der Name, den wir zu lesen bekommen, ist nicht SiO2, sondern E 551. Dabei lagern sich diese Kristalle um die Pulverkörnchen und schirmen diese vor Feuchtigkeit ab.

Die zugelassene Höchstmenge dieses Zusatzstoffes beträgt hierzulande zehn Gramm pro Kilogramm Nahrungsmittel. Da es von uns nicht verdaut werden kann und wieder ausgeschieden wird, gilt es in diesen Mengen als unbedenklich.

Kritisch wird es aber, wenn der «Sand» so fein gemahlen ist, dass er kleiner als 100 Nanometer ist und somit der Größe von Nanopartikeln entspricht. Das kommt beim Mahlprozess immer wieder vor, im Speziellen, wenn Siliciumdioxid synthetisch hergestellt wird – beim sogenannten E 551a. Die Kleinstpartikel könnten durch die Darmschleimhaut in den Körper gelangen und in Geweben und Organen abgelagert werden. Es ist noch unklar, wie groß die Gefahr für unsere Gesundheit ist. Bis 2016 will die EU das Risiko neu bewerten.

 

Wie oben geschildert, ist der Sand auch in Häusern zu finden, genauer gesagt, im Beton. In einem m³ Beton befindet sich etwa 1960 kg Sand/Kies oder Splitt. Größer gedacht befinden sich in einem Einfamilienhaus etwa 200 Tonnen Sand.

Insgesamt ist also zu sagen, dass wir in unserem alltäglichen Leben sehr viel Sand benutzen. Dieser Sand wird oft illegal von Stränden genommen. Und dies ist ein großes Problem, da durch dieses Fehlen ein großer Teil des Ökosystems zusammenbricht. Die Folgen für diese sind oft verheerend. Flussbetten sinken ab, Küsten erodieren, die Fauna in den Ozeanen wird zerstört, ganze Inseln verschwinden. Schutzmechanismen, die eigentlich Stürme und Tsunamis abhalten, werden außer Kraft gesetzt.

Und der Wüstensand, den man anstatt dessen nehmen könnte, ist aber zum Beispiel für Beton und damit den Häuserbau nicht geeignet, da die Sandkörner vom Wind so glatt und rund geschliffen sind, dass sie sich kaum verhaken können und nicht haften. Allerdings wird seit neustem nach einer Methode gesucht, wie man diesen Wüstensand haftbar machen könnte und ein Team von Wissenschaftlern aus Deutschland hat sogar schon herausgefunden, wie, aber trotz alledem wird es sicherlich noch sehr lange dauern, bis diese Methode ausgereift und effizient genutzt wird.

Das Uno-Umweltprogramm (UNEP) schätzt den derzeitigen Verbrauch auf 50 Milliarden Tonnen pro Jahr.

Gemäß einer Berechnung der Universität von Hawaii soll es ungefähr 7,5 Trillionen Sandkörner (7 500 000 000 000) an den Weltmeeren geben. Sie beruht auf einem Modell, das die Länge alle Strände der Welt mit ihrer durchschnittlichen Breite und Tiefe multipliziert. Obwohl das jetzt sehr viel klingt, ist doch der jährliche Sandverbrauch daran gemessen sehr hoch. Wenn man den Bestand der Sandkörner umgerechnet in Tonnen durch den jährlichen Verbrauch teilt, erhält man 150. Das heißt, wenn der jährliche Sandverbrauch auf diesem Niveau bleiben würde, gäbe es noch etwa 150 Jahre Sand, der danach verschwunden wäre. Jedenfalls an den Stränden. Wahrscheinlich wäre das aber schon viel früher der Fall, da durch Umweltkatastrophen wie Tsunamis aber auch Stürme, die durch den fehlenden Sand vermehrt auftreten könnten, immer mehr Sand schneller abgetragen würde.

Ebenso wird durch Landaufschüttung wie zum Beispiel in Dubai, Abu Dhabi oder Singapur, wo Millionen von Tonnen Meeressand benutzt wird, eine schreckliche Entwicklung herbeigerufen. Singapur hat seine Fläche seit den 1960er Jahren durch Aufschüttungen vor seiner Küste um 20 Prozent vergrößert. Den Sand dafür lieferten Indonesien, Kambodscha und Vietnam. Mit fatalen Folgen: Ohne Sandstrände als natürliche Barriere gegen die Brandung wirkt sich der Anstieg des Meeresspiegels noch verheerender aus. In Indonesien sind bereits 25 Inseln verschwunden, 83 weitere sind in Gefahr. Den Malediven – ebenfalls ein großer Sandexporteur – sind 12 Inseln verloren gegangen. Echt erschreckend. Wir sollten umsichtiger mit unserem Sandvorkommen umgehen. In Deutschland wird geschätzt, dass die genehmigten Sandabbaugebiete in etwa zehn Jahren verschwunden sein werden.

 

Was also können wir tun, um unseren Sandverbrauch zu reduzieren und somit etwas genauer darauf zu achten? Zum einen können wir genauer darauf achten, was und wieviel wir an Produkten kaufen, die Sand enthalten beziehungsweise auch genau darauf achten, was auf der Verpackung steht und ob dort E 551 dabei ist. Außerdem sollten wir auch vermehrt darauf achten, wie wir reisen. Denn auch in Verkehrsmitteln ist Sand enthalten. Zum Beispiel in einem Flugzeug – vom Kunststoff über den Leichtmetallrumpf, die Triebwerke und die Farben bis hin zu den Reifen.

„Das ist wie mit der Luft, die wir atmen. Wir denken nicht an sie. Aber ohne sie könnten wir nicht leben“, fasst Kiran Pereira, die britische Umweltexpertin, zusammen.

 

Noch zwei Fun Fakts am Rande. Auf Hawaii an der Bucht von Hanapepe sowie im kalifornischen Benicia und im Norden Kaliforniens gibt es Glasstrände, die jeweils aus ehemaligen Müllkippen entstanden sind.

 

Barfuß auf Glas spazieren

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts haben die Bewohner des anliegenden Fort Bragg ihren gesamten Müll einfach ins Meer geschmissen. Mülltrennung? Fehlanzeige. Rund 50 Jahre haben sie sich so ihres Unrats entledigt, bis in den Sechziger Jahren eine Organisation zur Überprüfung der Wasserqualität dem einen Riegel vorschob. Das Küstengebiet wurde geschlossen. Über Jahrzehnte hatte die Natur vor Ort so Zeit, sich zu regenerieren. Und das tat sie. Das Meerwasser reinigte den Strand und schliff das angestaute Glas, das Besucher heute dort barfuß und ohne Probleme spazieren können.

 

Ebenso gibt es auf Hawaii eine Initiative von Studenten aus dem kanadischen Quebec, die einen der dreckigsten Strände der Welt vom Plastikmüll befreien wollen – mit einem Staubsauger. „Hoola One“ ist auf einen großen Anhänger montiert. Angetrieben wird der Sauger von einem mächtigen Benzin-Generator. Ein Schlauch führt ins Meer, über den Wasser in einen Tank gespült wird. Ein anderer Schlauch mit der ungefähren Breite eines Elefantenrüssels saugt die Plastikteile ein – Sand inklusive. Im Tank selbst werden dann Plastik und Sand mithilfe des Meerwassers wieder voneinander getrennt. Denn das Plastik schwimmt oben. Die Studierenden wollen nach dem erfolgreichen Test ihren Strandsauger nun kleiner machen und suchen nach Investoren.

 

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/sand/index.html

https://www.betonversiegelung.com/wieviel-zement-kies-sand-fuer-1m3-beton/

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/sandabbau-wenn-inseln-und-straende-verschwinden-a-1221226.html

http://www.taz.de/!5452581/

https://www.20min.ch/wissen/news/story/Wie-viel-Sand-gibt-es-am-Meer–22835948

https://www.srf.ch/sendungen/einstein/sand-das-neue-gold/was-hat-sand-in-unserer-nahrung-zu-suchen

https://www.welt.de/wissenschaft/article127147323/Unser-Wohlstand-ist-auf-Sand-gebaut.html

www.tagesschau.de

 

2 Kommentare zu „Sandsterben

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