Lügen-Ein Spiel, bei dem man verliert

 

Hallo, heute beschäftige ich mich mit einem brisanten Thema der Neuzeit. Hinterlasst mir gerne Kommentare und sagt, was ihr davon haltet.

 

Diejenigen, die erfahren, dass man sie in einer wichtigen Angelegenheit- zum Beispiel, was die Identität ihrer Eltern, die Zuneigung ihres Ehepartners oder die Rechtschaffenheit ihrer Regierung anbetrifft- angelogen hat, sind aufgebracht, enttäuscht und misstrauisch. Sie fühlen sich betrogen und müssen mit noch weiteren Enthüllungen rechnen.

Und im Licht der nun an den Tag gebrachten Lügen blicken sie zurück auf ihre vergangenen Überzeugungen und Handlungen. Sie erkennen, dass sie manipuliert worden sind, dass der Betrug ihnen die Möglichkeit genommen hat, ihre Entscheidungen auf der Basis der zutreffendsten Informationen, die es gab, zu treffen, ihnen die Möglichkeit genommen hat, so zu handeln, wie sie es hätten tun wollen, wenn sie von vornherein Bescheid gewusst hätten.

Die meisten von uns würden sich dagegen zur Wehr setzen, die Kontrolle darüber zu verlieren, welche Entscheidungen wir an andere delegieren und welche wir selbst treffen wollen- unter Zuhilfenahme der besten Informationen, die man bekommen kann. Wir setzen uns zur Wehr, weil wir aus Erfahrung wissen, welche Folgen es hat, wenn andere uns täuschen wollen, und sei es „ nur zu unserem eigenen besten“.

Natürlich wissen wir, dass viele Lügen trivial sind. Doch da wir, wenn man uns belügt, keine Möglichkeit haben, zu beurteilen, welche Lügen nun die trivialen sind, und da wir nicht das Vertrauen aufbringen, dass sich Lügner auf diese trivialen Lügen beschränken werden, müssen wir aus der Perspektive des Betrogenen jede Täuschung ablehnen.

Die Diskrepanz der Perspektiven erklärt die zweideutige Stellung, die die meisten von uns gegenüber des Lügens einnehmen. Während wir auf der einen Seite die Gefahren des Lügens kennen und eine Welt bevorzugen würden, in der sich die anderen des Lügens enthielten, so wissen wir andererseits doch auch, dass es Gelegenheiten gibt, in denen es hilfreich, ja sogar notwendig wäre, wenn wir selbst ungestraft zur Lüge greifen könnten.

Wir müssen lernen, uns zwischen den beiden Perspektiven hin und her zu bewegen und sogar beide zugleich in den Blick zu nehmen. In der Ethik bedeutet diese doppelte Sichtweise die Anwendung der goldenen Regel: Man soll sich bemühen, die eigenen Handlungen nicht nur aus der Sicht des Subjektes, des Ausführenden, zu erleben, sondern auch aus der Sicht des von unseren Handlungen Betroffenen, der zuweilen ein Opfer ist.

Wir alle wissen, was es heißt, belogen zu werden, zu Recht oder Unrecht in den Verdacht zu kommen, gelogen zu  haben. Im Prinzip kann jeder von uns sofort beide Perspektiven einnehmen. Sich diese Mühe zu machen, ist vor allem dann wichtig, wenn wir über Lügen nachdenken, die wir gern benutzen können möchten.

Die Perspektive der Getäuschten gibt also eine Reihe von Gründen an die Hand, weshalb Lügen nicht wünschenswert sind. Diejenigen, die diese Perspektive teilen, haben einen Grund, die Wirkung unaufgedeckter Lügen für die Entscheidungen von Lügnern und Hintergangenen zu fürchten. Sie sind sich der Bedrohung nur allzu bewusst, die von entdeckten und vermuteten Lügen für Vertrauen und Kooperation in der Gesellschaft ausgeht. Und sie ziehen nicht nur die individuelle Lüge in Betracht, sondern die Praktiken des Lügens in der gesamten Gesellschaft und die Langzeitfolgen, die sich daraus ergeben können.

Aus diesen Gründen müssen wir zumindest den Standpunkt von Aristoteles als grundlegende Prämisse akzeptieren, nämlich, dass Lügen „ schlecht und tadelnswert“ sind und dass wahrhaftige Aussagen Lügen vorzuziehen sind, soweit man auf dieser allgemeinen Ebene redet. Diese Prämisse bürdet den Lügen eine grundlegende negative Last auf. Sie geht davon aus, dass Lügen bezüglich unserer Entscheidungen nicht neutral sind und einer Rechenschaft unterliegen, während dies bei Wahrheiten nicht der Fall ist. Und de Beweislast bürdet sie eindeutig jenen auf, die sich die Perspektive des Lügens zu Eigen machen.

 

Mit vielen Grüßen Jona

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